Überblick über bisher entwickelte Masterthemen/Fragestellungen

Vieles habe ich angedacht, sehr weniges bis zu einem Punkt gebracht wo ich sagen konnte: Das ist machbar!

  • Resilienzsimulation
    • Ausprägung Janne: „Spieler“ ist Bürgermeister einer Gemeinde und versucht diese zu entwickeln. Entscheidungen bedingen das Outcome der Gemeinde: Je nach Umfeld wird sie anders reagieren als andere. Dabei geht es nicht nur um bauliche Komponenten sondern auch um sowas wie Mitbestimmung, bürgerschaftlichem Engagement, Interkommunale Kooperation. All die Aspekte die für die Entwicklung einer resilienten Gemeinde eben relevant sind, fließen ein.
    • Ausprägung Flo: Das Rollenspielelement wird reduzierter umgesetzt, stattdessen wird über Regler der Anteil von diesen und jenen Ansätzen eingestellt und anschließend die Simulation gestartet. Je nach Einstellung der Regler entwickelt sich die Gemeinde positiv oder negativ. Ähnlich wie bei Kerbal Space Program kann dabei in Phasen geplant werden und Investitionen in Forschung schalten neue Optionen frei.
    • beide Ansätze sind viiiiiel zu aufwändig…
  • Serious Game: Ziel ist es Planning in a nutshell zu erreichen. Bürger sollen einen Planungsprozess nachvollziehen können und verstehen welche Komplexität in manchen Entscheidungen steckt und warum manche allzu kompliziert anmutenden Verfahrensschritte ihre Berechtigung haben. Und dass Planung manchmal nur Spielball der Politik ist. Könnte funktionieren, hat aber nur bedingt planerische Relevanz. Als Masterarbeit der Informatik wäre das super…
  • Ansätze der Liquid Democracy finden nur vereinzelt in Beteiligungsverfahren und der Planung an sich Anwendung. Es gibt einige Fallstricke, weshalb das bisher nicht so gut funktioniert. Ein Masterarbeit könnte Untersuchen welche Aspekte in der Planung gut genutzt werden könnten und welche nicht. Es würde auch ein praktische Evaluation der zur Verfügung stehenden Plattformen beinhalten. Eine solche Trockenübung hilft aber keinem. Alle Untersuchungen zum Thema stellen gesondert heraus: Liquid Democracy funktioniert nur, wenn es als Werkzeug der Entscheidung, nicht der Meinungsbildung genutzt wird.
  • Die Gameification eines Planungsprozesses: In Zusammenarbeit mit ein oder zwei Kommunen mit aktivem Stadtplanungsamt könnte man die Arbeit in der Verwaltung gamifizieren: Punkte für mehr-als-standard, bürgerfreundliches Auftreten und Auszeichnungen für besonders effiziente Abstimmung mit anderen Ämtern, etc. Scheitert leider daran, dass ich keine Referenzkommune habe die bereit ist sich den Laden umkrempeln zu lassen. Eine Trockenübung in dem Bereich ist nicht möglich.
  • Gamification eines Planungsprozesses (für Planer): Kommunikation ist in der Planung das entscheidende Werkzeug für einen guten Planungsprozess. Bisher gibt es aber nur wenige Werkzeuge die diese Kommunikation sichtbar und damit den Planungsprozess transparent machen. Eine Masterarbeit könnte eine Vorleistung für die Entwicklung einer entsprechenden Plattform leisten. Der Visualisierung von wichtigen Entscheidungspunkten und Meilensteinen der Planung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wichtig erscheint aber nicht nur der eigentlich Planungsprozess und die dort direkt involvierten Akteure sein, sondern auch Medienvertreter, politische Akteure und Bürgerschaftliche Initiativen sein. Arbeiten alle zusammen kann ein planerische Entscheidung transparent nach außen vermittelt werden.
  • Gamification eines Beteiligungsprozesses: „Erstmal Ziele definieren, was mit der Gamification erreicht werden soll. Zum Beispiel: Stärkere Beteiligung von Zielgruppe XY. Stärkere Beteiligung allgemein. “Nicht immer die gleichen Nasen”. Konstruktivere Beteiligung. Besseres Beteiligungsklima. Etc. Dann aktuelle Beteiligungspraxis hinterfragen und Ansatzpunkte finden wo gamification-Elemente sinnvoll sind. Hinsichtlich Wirkung und Aufwand. Überprüfen ob die Mitarbeitenden dazu geeignet sind das Verfahren durchzuführen.“

Bei allen bis hierhin entwickelten Ansätzen für eine Masterarbeit steht der Prozess des Planens im Vordergrund und nicht das Ergebnis einer angestrebten guten Planung. Darin spiegelt sich wider, dass ich mein ganzes Masterstudium eigentlich nur mit Themen der Stadtforschung oder aber mit Prozessgestaltung verbracht habe. Erst in diesem letzten Seminar zu Konversion und Revitalisierung von Brachflächen beschäftige ich mich tatsächlich mal wieder mit Planung.

  • Zu Beginn von Phase 2 habe ich mir vorgenommen meinen Focus im Projekt stärker auszuleben. Ich hatte vor Technische Werkzeuge für Partizipation zu entwickeln. Unter Anderem hatte ich damals eine Art Partizipationspavillion konzipiert: Beamer sorgen für die Projektion von Planungsinhalten in das Innere eines Pavillons. Über stationäre Pulte im Areal sollte es Passanten ermöglicht werden ihre Meinung zu Themen zu äußern und an der Planung mitzuwirken. Auch hatte ich den Gedanken über ein entsprechendes Online-Portal und ein lokales WLAN Partizipation über das Smartphone zu ermöglichen. Dieser Ansatz war in der Hatz der Phase 2 nicht machbar.
    Dieser Ansatz könnte sich auch – oder vielleicht sogar besser – in einer Masterarbeit verwirklichen lassen. Ich bräuchte nur ein Thema, das sich aber im Next*-Kontext sicher finden lässt. Für die Bearbeitung als Masterarbeit sollte es aber nicht nur um die Entwicklung des Systems gehen, sondern auch um die Beobachtung des Projekts und die Interaktion der Nutzer, sofern es welche gibt. Vermutlich ist es auch kein Pavillon weil das mit dem Projizieren bei Tageslicht ja so eine Sache ist. Vielleicht also zwei bis drei Kiosksysteme die miteinander interagieren.
    Man könnte mit folgenden Experimenten starten:

    • Test 1. Ziel: Interaktion ermöglichen. Über einen facebook-, Twitter- und Instagram-Hashtag können Nutzer Inhalte an die Wand schmeißen. Evtl. kann man auch Pong, Pacman oder Crackattack nutzen. Evtl. „Draw Something“/“Montagsmaler“ anbieten? Partyspiele im Park.
    • Test zwei: Abstimmen. Zwei Ideen aus dem Next*-Kontext werden kurz vorgestellt und alle die da sind stimmen ab nach „Am I hot or Not“-Manier. Auch kann man Argumente für oder wider vorbringen bis der Timer abgelaufen ist. „Visionbattle“
    • Test drei-A: Nutzungsvorschläge für eine Brache abfragen
    • Test drei-B: Die verschiedenen gesammelten Vorschläge gegeneinander abwägen lassen. Je nachdem welche Ideen vorne liegen verändert sich das Konzept der Brache.
  • „Der Einsatz mobiler digitaler Geräte als Backbone eines Beteiligungsangebots.“

Grundsätzlich interessiert mich, inwiefern Planung als gesellschaftspolitischer Akteur auftritt bzw. wie Planung gesellschaftspolitische Realitäten beeinflusst. Auch in diesem Bereich kann ich mir eine Masterarbeit vorstellen. Folgender Fragenkanon entsteht:

  • Ist Planung lediglich ausführender Akteur der politische Zielvorstellung umsetzt wie es von der archetypischen Anlage des bundesdeutschen Planungssystems vorgesehen ist, oder agiert Planung als gesellschaftspolitisches Korrektiv? Inwiefern spiegeln Planwerke gesellschaftliche Ideale ihrer Zeit wieder? Die Perspektive eines Planers sollte auf die nächsten 30 Jahre ausgelegt sein. So haben mir das zumindest meine Grundstudiumsvorlesungen vermittelt. Spiegeln sich diese 30 Jahre Voraussicht auch in aktuellen Konzepten und Planungen wieder? Insbesondere da man dem Heute attestiert ein Zeitalter des stetigen Wandels zu sein. Ist die Perspektive „30 Jahre“ noch die angemessene? Müssen kürzere Planungszeiträume gewählt werden? Und ganz wichtig: Passen dann die Planverfahren noch oder müssen diese vereinfacht werden?

Neuester Ansatz:

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