Die Resilienz der Region

Entwicklung eines spielerischen Instruments um Bürgerinnen und Bürger, Planerinnen und Planer und nicht nicht zuletzt die Politik sprechfähig in Fragen der Resilienz von Regionen zu machen.

Der Begriff Resilienz hat seine Wurzeln in der Systemtheorie und beschreibt das Verhalten eines Systems im Störungsfall durch innere Anpassungen wieder Stabilität zu erlangen. Der begriff wurde auch in der Psychologie verwendet um das gleich Verhalten bei Menschen zu beschreiben. Zunehmend findet der Begriff auch in der Stadtforschungs-Debatte Anwendung. Es wird zunehmend von Fachleuten gefordert, Regionen resilient zu gestalten.

Resilienz ist insofern von der Nachhaltigkeit abzugrenzen, dass Nachhaltigkeit einen idealen Zustand beschreibt und relativ klare Handlungsmuster vorgibt wie dieser Zustand erreicht werden kann. Per Definition ist in der Resilienz kein Idealer Zustand auszumachen: Lediglich das richtige Verhalten des Systems im Krisenfall ist das Ideal. Resilienz eine Region ist dementsprechend immer im Fluss und nicht besonders leicht – im klassischen Sinne – zu planen. Insbesondere, da viele Akteure außerhalb der Bildungseliten, diese prozessuale Denkweise nicht gewöhnt sind und/oder weil prozessuale Ansätze politisch keine sichtbaren Ergebnisse liefern.

Ziel dieser Masterarbeit soll es sein, einige Grundsätze resilienter Regionen in spielerische Formate zu packen und so den „Spielern“ niederschwellig einen Zugang zur Thematik Resilienz zu ermöglichen.

Motivation dieser Arbeit begründet sich in meinen Aktivitäten bei Nextkassel und den vielen Kontakten die ich mit Bürgerinnen und Bürgern hatte: Erstaunlich häufig musste ich einsehen, dass mir die notwendige Sprache und dem Gegenüber das notwendige Wissen fehlt, um manche städtische, politische oder planerische Zusammenhänge adäquat zu vermitteln. Spiele sind meines Erachtens ein sehr guter Zugang um prozessuale Logiken zu vermitteln.

Das oder die entstehendeN SpielE sollte dabei unterschiedliche Ansätze verfolgen die der Vielschichtigkeit von Resilienz Rechnung trägt. Es sollte sowohl persönliche Ebenen abbilden, also wie verhalte ich mich um eine resiliente Region zu fördern, als auch Perspektiven ermöglichen die mehr Steuerungsmöglichkeiten offenbaren. Das könnte aus Sicht eines politischen Entscheidungsträgers oder aus Sicht einer Landesbehörde passieren. Wichtig ist – um diese Masterarbeit auch als Abschlussarbeit eines Planungsstudiums zu rechtfertigen – die Steuerungsmechanismen – zum aktuellen Forschungsstand – zu thematisieren.

 

Habe auch gleich mal Kontakt mit einem Lehrenden gesucht:

könntest du dir vorstellen meine Masterarbeit zu betreuen?

Ich habe dir ja schon mal erzählt, dass ich im Rahmen von Nextkassel ziemlich enttäuscht darüber war, wie wenig die Bürgerinnen und Bürger über die komplexen Fragestellungen der Stadt sprechen KÖNNEN. Es fehlt einfach wahnsinnig viel planerisches und vor allem verfahrenstechnisches Wissen in signifikanten Teilen der Bevölkerung.

Ich würde in meiner Masterarbeit gerne versuchen, über ein die Entwicklung eines Spiels (Brett-, Karten-, Kommunikations-, Computer- oder whatever-Spiel) derartige Lücken auszugleichen. Tatsächlich würde ich mich gerne an der ultimativen Komplexität allen planerisch/politischen Handelns verausgaben und versuchen, mich am Thema „Resiliente Regionen“ abzuarbeiten. Ziel ist es die – wissenschaftlich abgewogene – Essenz der Fragestellung in ein spielerisches Instrument zu überführen.

Sehr wahrscheinlich werde ich mich daran an irgendeinem Punkt verheben, würde es aber dennoch gerne versuchen. Auf Herausforderungen stehe ich ja. Die Notwendigkeit dass man Resilienz nur prozessual wirklich begreifen kann, macht es einfach so unglaublich attraktiv das in einem interaktiven, spielerischem System abzubilden.

Ich bin noch nicht soweit eingestiegen, dass ich dir ein wirkliches Exposé anbieten kann wie ich vorgehen will, traue mir aber zu, das Spielzeug in einem angemessenen wissenschaftlichen Rahmen einzubetten. So dass das Spiel nicht nur nach Maßgaben einer adäquaten Spielmechanik entwickelt wird, sondern vor allem auch wissenschaftlich begründete Zusammenhänge abbildet.

Durch den Zugriff auf die Nextkassel-Community und eine relativ aktive Brettspiele-Truppe rund um mich, sollte ich auch genug Versuchskaninchen finden, Spielprinzipien zu testen. Diese Versuchskaninchen sollten mit auch helfen zu evaluieren, ob mein edukatives Ziel erreicht wird.

Co-Betreuer wäre dann vermutlich Julian Petrin, sofern ich ihn überzeugen kann.

So, jetzt wäre das auf dem Tisch. Wir sehen uns nachher. Ich werd dich da auch noch drauf ansprechen, vielleicht finden wir ja auch kurzfristig noch einen Termin in der nächsten Woche da genauer drüber sprechen. So du dir denn vorstellen kannst, dieses Experiment zu betreuen.

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