So. Neustart.

Ich habe mich entschieden den Begriff Resilienz in Spielmechanismen umzusetzen. Folgendes habe ich an meinen Lehrenden geschrieben:

Ich habe eine ziemliche Schnapsidee an der ich mich aber dennoch dringend versuchen möchte: Ich möchte gerne ein (Brett-?)Spiel entwickeln, das dazu dient den Spielern Kompetenzen zu vermitteln. Serious Gaming, nur anders: Spielerische (planungs-)politische Bildung quasi.

Als Thema habe ich Resilienz als ultimative Komplexität prozessualen Handelns ins Auge gefasst. Nach dem Motto: Wenn ich Wirkmechanismen resilienter Regionen vermitteln kann, kann ich fast alles vermitteln. Eine der wichtigsten Säule von Resilienz ist die Agilität des Systems, die Transformationsfähigkeit und daher sind die wichtigsten Einflussgrößen nicht statischer, sondern prozessualer Natur: Und genau deshalb möchte ich auch ein prozessuales Vermittlungsinstrument wählen: Ein interaktives Spiel.

Es nervt mich ja schon länger, dass ich mit meinen methodischen Ansätzen im Rahmen des Nextkassel-Prozesses häufig am Vorwissen der Bürger, am Veranstaltungsformat oder einfach an meiner (Un-)Fähigkeit meine Gedanken vernünftig ins Wort zu überführen, scheitere. Ich habe ja meine Herangehensweisen und auch die Ansprüche im letzten Jahr deutlich angepasst und dahingehend eine ganze Menge dazu gelernt, möchte aber jetzt in der Masterarbeit das doch nochmal andersrum probieren und nicht ausschließlich mich und meine Methoden optimieren, sondern ein Werkzeug entwickeln um die Bürgerinnen und Bürger zu optimieren. Das mag eine total absurde Idee sein an der ich mich – gerade was die Auswahl des Themas Resilienz angeht – garantiert an irgend einem Punkt verheben werde: Probieren würde ich es trotzdem gerne.

Die richtigen Spielmechanismen als Analogie wissenschaftlich belegter Wirkmechanismen auszuwählen klingt nicht nur nach unglaublich viel Spaß sondern auch nach einem richtig schönem Experiment. Auch im wissenschaftlichen Sinne, dahingehend dass ich zumindest in Ansätzen überprüfen möchte, ob die Inhalte die ich vermitteln möchte auch beim Spieler ankommen und dementsprechend überprüfen, ob ein/dieses Spiel ein geeignetes Instrument ist.

Ich bin leider noch nicht so tief eingestiegen, dass ich ein solides Exposé und Zeitplan präsentieren könnte. Letztlich habe ich mich doch erst Ende letzter Woche dafür entschieden es doch über die Spiele-Schiene zu versuchen.

Und genau darum wird es in den nächsten Monaten hier gehen. Wie üblich wird dieses Blog eher Notizbuchcharakter haben, als wirklich als Publikationsmedium genutzt zu werden. Wer mitlesen mag, muss sich einen Account anlegen. Dann kann ich etwas Freier mit meiner Wortwahl umgehen und weiß wer mitliest. Menschen mit Account stimme zu, dass sie in meiner Statistik auftauchen und ich somit weiß wann wer was gelesen hat (mal so als Disclaimer 😉 ).

Demokratie und Planung

Input:
Nimm doch ein Thema in Richtung Planung und Demokratie…das könntest du dann wenn du magst mit next verbinden oder allgemein darüber philosophieren.

Response:
Hm… Ich bin mir unsicher ob Planung und Demokratie soviel miteinander zu tun haben. Ich denk mal laut:

Ich unterstelle unserer repräsentativen Demokratie ja eine Krise. Das hat mit einer unerträglichen Professionalisierung von Politik in den letzten 30 Jahren und einer Individualisierung von Gesellschaft. Das heißt in den kommunalen Parlamenten sitzen nicht gerade von der Mehrheit der Gesellschaft gewählte Vertreter.

Planung dagegen ist vom Grundsatz her ein Instrument der Verwaltung die – so sehen es die meisten Landesregierung zur Kommunalverfassung vor – noch nicht mal besonders stark demokratisch gesteuert wird. Ein hauptamtlicher Bürgermeister, der direkt gewählt wird, reicht als demokratische Legitimierung des Verwaltungsvorstands für mich nicht aus. Die hessische Magistratsregelung ist da schon etwas besser. Aber auch hier sind die Verknüpfungen zwischen Politik und planerischem Verwaltungshandeln doch noch ziemlich gering. Das äußert sich meines Erachtens auch darin, dass Partizipationsangebote der Stadtplanung von Seiten der Politik selten als Meinungsfindungsinstrument verstanden werden.

Ich könnte also irgendwas darüber schreiben, dass sich die Planung unter Umständen von ihren politischen Auftraggebern emanzipieren muss und selbst mehr Entscheidungsspielräume hat, bis die Krise der Demokratie überwunden ist. Dann würde ich aber nicht nur die Krise der Demokratie verstärken, sondern auch als Verfassungsfeind gelten . Und ich würde vermutlich keinen Job mehr im öffentlichen Dienst bekommen .

Und ja, natürlich könnte man aus der gleichen Argumentation auch schlussfolgern, dass die Planung eben selbst darauf hinwirken sollte, die Demokratie zu reparieren. Zum Beispiel indem direktere Partizipationsangebote wie Next* angeboten werden.
Aber irgendwie habe ich den Eindruck darüber schon zuviel nachgedacht zu haben. Das ist ein Kampf den wir wissenschaftlich (und eine solche Masterarbeit müsste wissenschaftlich argumentieren) kaum gewinnen können. Demokratietheoretisch steht dem viel zu viel entgegen. Unser praktischer Next*-Ansatz erscheint mir da der bessere zu sein um langfristig eine politische Kultur zu verändern und damit die repräsentative Demokratie zu reparieren.

Oder sehe ich das falsch und allzu verkürzt? Bewerte ich den Zusammenhang von (demokratischer) Politik und Planung falsch? Bin ich zu arrogant wenn ich behaupte, dass manche(!) Planer besser Politik machen würden als manche(!) Politiker? Habe ich zu wenig politikwissenschaftliche und politiksoziologischer Literatur gelesen und würde auf andere Ergebnisse als oben skizziert kommen, wenn ich das tun würde? Sollte ich vielleicht viel grundsätzlicher da ran gehen und vorschlagen, dass Planung viel stärker demokratisch legitimiert sein sollte? Doch worauf würde ich mich dabei berufen? nur Auf meinen Ärger darüber, dass ich mich als städtischer Planer nicht in meiner Gemeinde politisch engagieren darf? Ich sehe die Gefahr, dass eine Arbeit in der ich fordere, dass sich Planung demokratisch begründen soll, allzusehr in ein politisches Pamphlet abrutsche. Da verheddere ich mich ja gerne drin .

Alternativ könnte ich ein Grundsatzmanifest zur Beziehung von Demokratie und Planung verfassen, sehe da aber für mich die Gefahr, dass das wieder zu groß werden würde: Das ist Thema für eine ordentliche Monographie/Dissertation und nicht für eine Masterarbeit, oder?

Und jetzt höre ich auf laut zu denken.

Lieber Inputgeber, danke für deinen Input. Du hast tatsächlich einen Nerv getroffen der mich ja schon länger beschäftigt. Ich glaube tatsächlich dass Demokratie oder zumindest Politik sich in irgendeiner Form in meiner Masterarbeit wiederfinden lassen sollten. Ich weiß nur noch nicht in welcher Form. Mal weiter drüber nachdenken…

Die Resilienz der Region

Entwicklung eines spielerischen Instruments um Bürgerinnen und Bürger, Planerinnen und Planer und nicht nicht zuletzt die Politik sprechfähig in Fragen der Resilienz von Regionen zu machen.

Der Begriff Resilienz hat seine Wurzeln in der Systemtheorie und beschreibt das Verhalten eines Systems im Störungsfall durch innere Anpassungen wieder Stabilität zu erlangen. Der begriff wurde auch in der Psychologie verwendet um das gleich Verhalten bei Menschen zu beschreiben. Zunehmend findet der Begriff auch in der Stadtforschungs-Debatte Anwendung. Es wird zunehmend von Fachleuten gefordert, Regionen resilient zu gestalten.

Resilienz ist insofern von der Nachhaltigkeit abzugrenzen, dass Nachhaltigkeit einen idealen Zustand beschreibt und relativ klare Handlungsmuster vorgibt wie dieser Zustand erreicht werden kann. Per Definition ist in der Resilienz kein Idealer Zustand auszumachen: Lediglich das richtige Verhalten des Systems im Krisenfall ist das Ideal. Resilienz eine Region ist dementsprechend immer im Fluss und nicht besonders leicht – im klassischen Sinne – zu planen. Insbesondere, da viele Akteure außerhalb der Bildungseliten, diese prozessuale Denkweise nicht gewöhnt sind und/oder weil prozessuale Ansätze politisch keine sichtbaren Ergebnisse liefern.

Ziel dieser Masterarbeit soll es sein, einige Grundsätze resilienter Regionen in spielerische Formate zu packen und so den „Spielern“ niederschwellig einen Zugang zur Thematik Resilienz zu ermöglichen.

Motivation dieser Arbeit begründet sich in meinen Aktivitäten bei Nextkassel und den vielen Kontakten die ich mit Bürgerinnen und Bürgern hatte: Erstaunlich häufig musste ich einsehen, dass mir die notwendige Sprache und dem Gegenüber das notwendige Wissen fehlt, um manche städtische, politische oder planerische Zusammenhänge adäquat zu vermitteln. Spiele sind meines Erachtens ein sehr guter Zugang um prozessuale Logiken zu vermitteln.

Das oder die entstehendeN SpielE sollte dabei unterschiedliche Ansätze verfolgen die der Vielschichtigkeit von Resilienz Rechnung trägt. Es sollte sowohl persönliche Ebenen abbilden, also wie verhalte ich mich um eine resiliente Region zu fördern, als auch Perspektiven ermöglichen die mehr Steuerungsmöglichkeiten offenbaren. Das könnte aus Sicht eines politischen Entscheidungsträgers oder aus Sicht einer Landesbehörde passieren. Wichtig ist – um diese Masterarbeit auch als Abschlussarbeit eines Planungsstudiums zu rechtfertigen – die Steuerungsmechanismen – zum aktuellen Forschungsstand – zu thematisieren.

 

Habe auch gleich mal Kontakt mit einem Lehrenden gesucht:

könntest du dir vorstellen meine Masterarbeit zu betreuen?

Ich habe dir ja schon mal erzählt, dass ich im Rahmen von Nextkassel ziemlich enttäuscht darüber war, wie wenig die Bürgerinnen und Bürger über die komplexen Fragestellungen der Stadt sprechen KÖNNEN. Es fehlt einfach wahnsinnig viel planerisches und vor allem verfahrenstechnisches Wissen in signifikanten Teilen der Bevölkerung.

Ich würde in meiner Masterarbeit gerne versuchen, über ein die Entwicklung eines Spiels (Brett-, Karten-, Kommunikations-, Computer- oder whatever-Spiel) derartige Lücken auszugleichen. Tatsächlich würde ich mich gerne an der ultimativen Komplexität allen planerisch/politischen Handelns verausgaben und versuchen, mich am Thema „Resiliente Regionen“ abzuarbeiten. Ziel ist es die – wissenschaftlich abgewogene – Essenz der Fragestellung in ein spielerisches Instrument zu überführen.

Sehr wahrscheinlich werde ich mich daran an irgendeinem Punkt verheben, würde es aber dennoch gerne versuchen. Auf Herausforderungen stehe ich ja. Die Notwendigkeit dass man Resilienz nur prozessual wirklich begreifen kann, macht es einfach so unglaublich attraktiv das in einem interaktiven, spielerischem System abzubilden.

Ich bin noch nicht soweit eingestiegen, dass ich dir ein wirkliches Exposé anbieten kann wie ich vorgehen will, traue mir aber zu, das Spielzeug in einem angemessenen wissenschaftlichen Rahmen einzubetten. So dass das Spiel nicht nur nach Maßgaben einer adäquaten Spielmechanik entwickelt wird, sondern vor allem auch wissenschaftlich begründete Zusammenhänge abbildet.

Durch den Zugriff auf die Nextkassel-Community und eine relativ aktive Brettspiele-Truppe rund um mich, sollte ich auch genug Versuchskaninchen finden, Spielprinzipien zu testen. Diese Versuchskaninchen sollten mit auch helfen zu evaluieren, ob mein edukatives Ziel erreicht wird.

Co-Betreuer wäre dann vermutlich Julian Petrin, sofern ich ihn überzeugen kann.

So, jetzt wäre das auf dem Tisch. Wir sehen uns nachher. Ich werd dich da auch noch drauf ansprechen, vielleicht finden wir ja auch kurzfristig noch einen Termin in der nächsten Woche da genauer drüber sprechen. So du dir denn vorstellen kannst, dieses Experiment zu betreuen.

Der Einsatz mobiler digitaler Geräte als Backbone eines Beteiligungsangebots.

Smartphones und Tablets sind allgegenwärtig. Als Kommunikations- und Unterhaltungsmedium aber auch als mobiles Büro. Die Masterarbeit will untersuchen inwiefern diese Allgegenwärtigkeit dieser mobilen Geräte für Beteiligungsprozesse genutzt werden kann.

Bis zur Veröffentlichung des iPhone 2007 waren Mobiltelefone in der Mehrzahl eher von Tasten und der Hauptfunktion des Telefonierend geprägt. Blackberry & Co. hatten klar ein Geschäftspublikum im Sinn. Erst mit der Vereinfachung der Bedienung und Umstellung auf Multitouch machten neue Smartphones für die breite Masse der Bevölkerung attraktiv. In den vergangenen 8 Jahren ist der Anteil von Smartphones in Deutschland signifikant gestiegen. Insb. in jüngeren Personenkreisen kann der Besitz eines Smartphones als Standard angesehen werden. Dementsprechend wurden in den letzten Jahren zunehmend Informationskampagnen – vorwiegend im Bereich des Marketings – durch mobiltaugliche Internetseiten oder eigenständige Apps unterstützt. Die Masterarbeit soll untersuchen inwiefern derartige Instrumente auch in Planungsprozessen eingesetzt werden können und ob diese Angebote angenommen werden.

Zum einen werden über eine Fachliteratur-Recherche aktuelle Strategien zum Einsatz von mobilen Geräten und Anwendungen im Marketing aufgezeigt sowie die wenigen Beispiele in denen mobile Geräte in Partizipationsprozessen eine Rolle spielten skizziert. Ziel dieser Recherche ist es Ansatzpunkte für den zweiten Teil der Arbeit zu finden.

Der zweite Teil experimentiert mit den zuvor erarbeiteten Prinzipien und Ansätzen im Rahmen des Nextkassel-Prozesses. Der Themenkomplex wird dabei der öffentliche Raum sein rund um die Szenarien: „Aus Grünraum wird Grüntraum“ und „Kassels Plätze schöner machen“, (die Topszenarien 3 und 5).

Da ich selbst seit vielen Jahren immer wieder nebenbei Software auf Basis von PHP, JavaScript oder Python entwickele und mich als sog. „Heavy User“ verstehe, sollte es ein leichtes sein über einschlägige Plattformen experimentelle Handy-Applicationen zusammen zu stellen.

Zentraler Fokus dieser Arbeit liegt aber nicht auf der Entwicklung. Zentrales Element soll  der Befragung der Teilnehmer an gemachten Partizipationsangeboten eingeräumt werden. Die erhobenen Daten sollen einen Beitrag dazu leisten, inwiefern Online-Partizipationsangebote auch ein mobiles Angebot machen sollten.

 

Großer Pferdefuß dieses Konzeptes ist es, dass ich unter Umständen nicht genug Personen zusammen bekomme die ich befragen kann.

Die Ausgangsthese ist: Mobile Geräte werden in Deutschland nur sekundär genutzt und nur als explizites Werkzeug.

Überblick über bisher entwickelte Masterthemen/Fragestellungen

Vieles habe ich angedacht, sehr weniges bis zu einem Punkt gebracht wo ich sagen konnte: Das ist machbar!

  • Resilienzsimulation
    • Ausprägung Janne: „Spieler“ ist Bürgermeister einer Gemeinde und versucht diese zu entwickeln. Entscheidungen bedingen das Outcome der Gemeinde: Je nach Umfeld wird sie anders reagieren als andere. Dabei geht es nicht nur um bauliche Komponenten sondern auch um sowas wie Mitbestimmung, bürgerschaftlichem Engagement, Interkommunale Kooperation. All die Aspekte die für die Entwicklung einer resilienten Gemeinde eben relevant sind, fließen ein.
    • Ausprägung Flo: Das Rollenspielelement wird reduzierter umgesetzt, stattdessen wird über Regler der Anteil von diesen und jenen Ansätzen eingestellt und anschließend die Simulation gestartet. Je nach Einstellung der Regler entwickelt sich die Gemeinde positiv oder negativ. Ähnlich wie bei Kerbal Space Program kann dabei in Phasen geplant werden und Investitionen in Forschung schalten neue Optionen frei.
    • beide Ansätze sind viiiiiel zu aufwändig…
  • Serious Game: Ziel ist es Planning in a nutshell zu erreichen. Bürger sollen einen Planungsprozess nachvollziehen können und verstehen welche Komplexität in manchen Entscheidungen steckt und warum manche allzu kompliziert anmutenden Verfahrensschritte ihre Berechtigung haben. Und dass Planung manchmal nur Spielball der Politik ist. Könnte funktionieren, hat aber nur bedingt planerische Relevanz. Als Masterarbeit der Informatik wäre das super…
  • Ansätze der Liquid Democracy finden nur vereinzelt in Beteiligungsverfahren und der Planung an sich Anwendung. Es gibt einige Fallstricke, weshalb das bisher nicht so gut funktioniert. Ein Masterarbeit könnte Untersuchen welche Aspekte in der Planung gut genutzt werden könnten und welche nicht. Es würde auch ein praktische Evaluation der zur Verfügung stehenden Plattformen beinhalten. Eine solche Trockenübung hilft aber keinem. Alle Untersuchungen zum Thema stellen gesondert heraus: Liquid Democracy funktioniert nur, wenn es als Werkzeug der Entscheidung, nicht der Meinungsbildung genutzt wird.
  • Die Gameification eines Planungsprozesses: In Zusammenarbeit mit ein oder zwei Kommunen mit aktivem Stadtplanungsamt könnte man die Arbeit in der Verwaltung gamifizieren: Punkte für mehr-als-standard, bürgerfreundliches Auftreten und Auszeichnungen für besonders effiziente Abstimmung mit anderen Ämtern, etc. Scheitert leider daran, dass ich keine Referenzkommune habe die bereit ist sich den Laden umkrempeln zu lassen. Eine Trockenübung in dem Bereich ist nicht möglich.
  • Gamification eines Planungsprozesses (für Planer): Kommunikation ist in der Planung das entscheidende Werkzeug für einen guten Planungsprozess. Bisher gibt es aber nur wenige Werkzeuge die diese Kommunikation sichtbar und damit den Planungsprozess transparent machen. Eine Masterarbeit könnte eine Vorleistung für die Entwicklung einer entsprechenden Plattform leisten. Der Visualisierung von wichtigen Entscheidungspunkten und Meilensteinen der Planung kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Wichtig erscheint aber nicht nur der eigentlich Planungsprozess und die dort direkt involvierten Akteure sein, sondern auch Medienvertreter, politische Akteure und Bürgerschaftliche Initiativen sein. Arbeiten alle zusammen kann ein planerische Entscheidung transparent nach außen vermittelt werden.
  • Gamification eines Beteiligungsprozesses: „Erstmal Ziele definieren, was mit der Gamification erreicht werden soll. Zum Beispiel: Stärkere Beteiligung von Zielgruppe XY. Stärkere Beteiligung allgemein. “Nicht immer die gleichen Nasen”. Konstruktivere Beteiligung. Besseres Beteiligungsklima. Etc. Dann aktuelle Beteiligungspraxis hinterfragen und Ansatzpunkte finden wo gamification-Elemente sinnvoll sind. Hinsichtlich Wirkung und Aufwand. Überprüfen ob die Mitarbeitenden dazu geeignet sind das Verfahren durchzuführen.“

Bei allen bis hierhin entwickelten Ansätzen für eine Masterarbeit steht der Prozess des Planens im Vordergrund und nicht das Ergebnis einer angestrebten guten Planung. Darin spiegelt sich wider, dass ich mein ganzes Masterstudium eigentlich nur mit Themen der Stadtforschung oder aber mit Prozessgestaltung verbracht habe. Erst in diesem letzten Seminar zu Konversion und Revitalisierung von Brachflächen beschäftige ich mich tatsächlich mal wieder mit Planung.

  • Zu Beginn von Phase 2 habe ich mir vorgenommen meinen Focus im Projekt stärker auszuleben. Ich hatte vor Technische Werkzeuge für Partizipation zu entwickeln. Unter Anderem hatte ich damals eine Art Partizipationspavillion konzipiert: Beamer sorgen für die Projektion von Planungsinhalten in das Innere eines Pavillons. Über stationäre Pulte im Areal sollte es Passanten ermöglicht werden ihre Meinung zu Themen zu äußern und an der Planung mitzuwirken. Auch hatte ich den Gedanken über ein entsprechendes Online-Portal und ein lokales WLAN Partizipation über das Smartphone zu ermöglichen. Dieser Ansatz war in der Hatz der Phase 2 nicht machbar.
    Dieser Ansatz könnte sich auch – oder vielleicht sogar besser – in einer Masterarbeit verwirklichen lassen. Ich bräuchte nur ein Thema, das sich aber im Next*-Kontext sicher finden lässt. Für die Bearbeitung als Masterarbeit sollte es aber nicht nur um die Entwicklung des Systems gehen, sondern auch um die Beobachtung des Projekts und die Interaktion der Nutzer, sofern es welche gibt. Vermutlich ist es auch kein Pavillon weil das mit dem Projizieren bei Tageslicht ja so eine Sache ist. Vielleicht also zwei bis drei Kiosksysteme die miteinander interagieren.
    Man könnte mit folgenden Experimenten starten:

    • Test 1. Ziel: Interaktion ermöglichen. Über einen facebook-, Twitter- und Instagram-Hashtag können Nutzer Inhalte an die Wand schmeißen. Evtl. kann man auch Pong, Pacman oder Crackattack nutzen. Evtl. „Draw Something“/“Montagsmaler“ anbieten? Partyspiele im Park.
    • Test zwei: Abstimmen. Zwei Ideen aus dem Next*-Kontext werden kurz vorgestellt und alle die da sind stimmen ab nach „Am I hot or Not“-Manier. Auch kann man Argumente für oder wider vorbringen bis der Timer abgelaufen ist. „Visionbattle“
    • Test drei-A: Nutzungsvorschläge für eine Brache abfragen
    • Test drei-B: Die verschiedenen gesammelten Vorschläge gegeneinander abwägen lassen. Je nachdem welche Ideen vorne liegen verändert sich das Konzept der Brache.
  • „Der Einsatz mobiler digitaler Geräte als Backbone eines Beteiligungsangebots.“

Grundsätzlich interessiert mich, inwiefern Planung als gesellschaftspolitischer Akteur auftritt bzw. wie Planung gesellschaftspolitische Realitäten beeinflusst. Auch in diesem Bereich kann ich mir eine Masterarbeit vorstellen. Folgender Fragenkanon entsteht:

  • Ist Planung lediglich ausführender Akteur der politische Zielvorstellung umsetzt wie es von der archetypischen Anlage des bundesdeutschen Planungssystems vorgesehen ist, oder agiert Planung als gesellschaftspolitisches Korrektiv? Inwiefern spiegeln Planwerke gesellschaftliche Ideale ihrer Zeit wieder? Die Perspektive eines Planers sollte auf die nächsten 30 Jahre ausgelegt sein. So haben mir das zumindest meine Grundstudiumsvorlesungen vermittelt. Spiegeln sich diese 30 Jahre Voraussicht auch in aktuellen Konzepten und Planungen wieder? Insbesondere da man dem Heute attestiert ein Zeitalter des stetigen Wandels zu sein. Ist die Perspektive „30 Jahre“ noch die angemessene? Müssen kürzere Planungszeiträume gewählt werden? Und ganz wichtig: Passen dann die Planverfahren noch oder müssen diese vereinfacht werden?

Neuester Ansatz:

Konzeption und prototypische Umsetzung eines Serious Game als Instrument zur Vermittlung ortsüblicher Planungspraxis

„Urban Planning in a Nutshell“ zu erreichen, ist das motivierende Element dieser Masterarbeit. Es soll darum gehen bundesdeutsche Planungsverfahren so aufzubereiten, dass über spielerische Elemente die Komplexität der Verfahren den Benutzern nach und nach nahe gebracht wird und so in die Lage versetzt wird, an realen Planverfahren zu partizipieren. Entstehen soll ein Framework, das schnell an lokale Gegebenheiten und Planverfahren angepasst werden kann um persönliche Involvierung zu simulieren.

Die Arbeit wird aus zwei theoretischen und einem konzeptionellen Teil bestehen.

Ziel des zweiten theoretischen Kapitels soll sein, zu entscheiden, welche Aspekte aktuellen planerischen Handelns die maßgeblichsten sind und somit in einem Serious Game auftauchen sollten. Dazu wird sowohl ein Blick in Zeitgenössische Texte zum heutigen Planungsparadigma geworfen, als auch konkret in drei Kommunen durch Interviews mit Planern vor Ort die Planungsverfahren der vergangenen 1,5 Jahre untersucht. Dabei kann es auch ein simples Bebauungsplanverfahren im Speckgürtel Kassels sein. Die Kooperations- und Auskunftsbereitschaft eines Stadtplanungsamt ist dabei das entscheidende Argument zur Auswahl der zu untersuchenden Verfahren.

Die Protokolle der Bau-Ausschüsse werden dazu herangezogen.

Zum Beispiel könnten folgende Aspekte wichtige Rahmenbedingung für heutiges Planen sein.

  • Konflikte von guter planerischer Praxis mit politischen Setzungen,
  • Verfahrens- und Rechtssicherheit vs. Flexibilität vs. Transparenz,
  • Angebotsplanung vs. Notwendigkeit zur Haushaltskonsolidierung
  • Partizipation vs. Verfahrensbeschleunigung
  • Konventionelle Verfahren vs. Experimente mit ungewissem Ausgang

Im zweiten Teil werden spielerische Grundprinzipien aus der Diskussion um eine fortschreitende Gamification der Gesellschaft vorgestellt und abgewogen, welche Prinzipien – für das Serious Game zur Planung – am erfolgsversprechenden sein könnten.

Der konzeptionelle Teil entwickelt das Konzept für ein Serious Game. So können verschiedene im 1. Kapitel erarbeiteten Aspekte in Form von verschiedenen „Leveln“ umgesetzt werden oder je nach Thema unterschiedliche Spielmechaniken konzipiert werden. Textliche Beschreibungen, Ablaufdiagramme oder Storybooks können dabei als Darstellungswerkzeuge herangezogen werden.

Ziel ist es auch einige Ansätze prototypisch umzusetzen. Programmierfähigkeiten in JavaScript, Python und PHP sind vorhanden. Ggf. kann eine Umsetzung mit der Software Tumult Hype erfolgen.

Gedanken zu einem Meta-Portal zur räumlichen Entwicklung

Ich würde gerne die Ideensammlung von nextkassel zusammen mit der Stadt, der Stadtverordnetenversammlung und den Ortsbeiräten sowie weiteren planenden Akteuren, der Lokalzeitung HNA und bürgerschaftlichen Akteuren weiter entwickeln.

Diese meta-Plattform würde sich in die laufenden Prozesse all dieser Akteure „hineinhacken“ und Daten zur räumlichen Planung, insbesondere deren vorgeschalteten Diskurse aggregieren. Ziel könnte es sein bessere Ergebnisse bei der Entscheidung welche Themen relevant sind herauszufiltern.

Ziel könnte auch sein Entscheidungsprozesse Transparent wieder zu geben

Der Einsatz von Liquid Democracy in Beteiligungsverfahren

Online zur Verfügung stehen zur Zeit zwei große Systeme die Liquid Democracy als Serveranwendung implementieren.

„LiquidFeedback“ wurde primär für den Einsatz innerhalb von Parteien konzipiert um unter den Parteimitgliedern eine gemeinsame Linie zu finden. Der Einsatz in der Piratenpartei ist das populärste Beispiel, aber auch die SPD und die Linkspartei haben Experimente damit gemacht.

Die zweite Software „Adhocracy“ (Gegenbegriff zu bureaucracy) setzt etwas andere Schwerpunkte und setzt den Schwerpunkt auf die Einbringung von eigenen Themen in die Diskussion (soweit ich das verstanden habe…).

Beide Systeme sind in Reinform nur bedingt für die Bürgerbeteiligung geeignet, da sie beide quantitative Ansätze verfolgen und es – vom Grundsatz her – erzwingen, dass sich Benutzer akkreditieren. Die sonstige und bisherige Beteieligungspraxis dagegen ist sehr flüchtig.

Dennoch haben sich verschiedene Institutionen daran gewagt. LiquidFriesland oder die Beteiligung zu Tempelhof Berlin wurden über LiquidFeedback abgewickelt.